Wie sieht der Arbeitsalltag in Therapiepraxen wirklich aus, und wo drückt aus Sicht der Praxisinhaberinnen und -inhaber der Schuh? Diesen Fragen ist der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard bei einem Besuch in Bebra nachgegangen. In der Praxis der Logopädin Dolores Pfordt in der Nürnberger Straße kamen Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Gesundheits- und Sozialberufe zusammen, um dem Abgeordneten aus erster Hand zu schildern, wie ihr Berufsalltag aussieht.
Logopädie: Einblick in Behandlung und Abrechnung
Dolores Pfordt gab zum Auftakt einen praktischen Einblick in ihre Behandlungsmethoden und erklärte, wie die Abrechnung logopädischer Leistungen funktioniert – und an welchen Stellen sich der bürokratische Aufwand für Praxen erhöht hat.
Ergotherapie: Große Nachfrage nach Therapieplätzen
Im Anschluss stellte eine Ergotherapeutin die Kostenstruktur ihrer Praxis vor. Deutlich wurde dabei, wie stark die Nachfrage nach Therapieplätzen für Kinder in den vergangenen Jahren gewachsen ist – ein Hinweis darauf, wie wichtig eine verlässliche und gut ausgestattete Versorgung in diesem Bereich ist.
Podologie: Qualität hat ihren Preis
Podologe Tobias Berggötz erläuterte, welchen Stellenwert Hygiene und Ausstattung in seinem Berufsfeld haben – etwa durch die gesetzlich vorgeschriebene Instrumentenspülmaschine – und zeigte anhand konkreter Behandlungsfälle, wie anspruchsvoll podologische Versorgung sein kann. Er machte zugleich auf steigende Zuzahlungen für Patientinnen und Patienten aufmerksam und regte an, hier gezielt nach fairen Lösungen zu suchen.
Physiotherapie: Zeit für gute Behandlung
In der Physiotherapie wurde anhand einer Behandlung live gezeigt, wie viel fachliches Können in kurzer Zeit gefragt ist. Die Physiotherapeutin machte deutlich, dass mehr vergütete Behandlungszeit der Qualität der Versorgung noch stärker zugutekommen würde.
Ernährungsberatung: Chancen frühzeitiger Unterstützung
Bei der Ernährungsberatung wurde deutlich, welches Potenzial in einer besseren Kostenübernahme durch die Krankenkassen liegt: Aktuell werden von rund 1.000 Euro für die 6 Einheiten Behandlungskosten oft nur etwa 150 Euro erstattet. Die Fachkräfte sehen hier eine Chance, mit einer verbesserten Bezuschussung frühzeitig gegenzusteuern und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Zudem wurde angeregt, Patientinnen und Patienten künftig noch transparenter über anfallende Kosten zu informieren.
Jugendhilfe: Investition in die Zukunft junger Menschen
Aus der Jugendhilfe wurde geschildert, wie wertvoll frühzeitige Unterstützung für Kinder und Jugendliche ist. Gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund brauche es neben Sprachkursen oft zusätzliche Begleitung, um wirklich gut anzukommen. Die Fachkräfte sprachen sich dafür aus, therapeutische und unterstützende Angebote weiter zu stärken, um jungen Menschen frühzeitig die passende Hilfe zu bieten.
Wilhelm Gebhard zeigte sich beeindruckt von der Offenheit und den vielen praxisnahen Beispielen: „Der heutige Austausch war für mich außerordentlich wertvoll. Die Fachkräfte hier in der Region leisten jeden Tag engagierte Arbeit für die Menschen.“



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