Vom Unternehmerstammtisch ins neue Maersk-Logistikzentrum

Rund 25 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Herleshausen besichtigen neuen Standort – Austausch mit Maersk sowie Vertretern aus Kommune, Land und Bund

Vom Unternehmerstammtisch direkt in eines der größten neuen Logistikzentren der Region: Rund 25 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Herleshausen haben den neuen Maersk-Standort im Panattoni-Park Bad Hersfeld Ost besichtigt. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Wilhelm Gebhard, dem Landtagsabgeordneten Dr. Martin Schörner, Bürgermeisterin Carolin Gisselmann und der Leiterin des IHK-Servicezentrums Werra-Meißner, Natalia Franz, informierten sie sich über den Aufbau des Standortes und die weitere Entwicklung.

Die Einladung zur Besichtigung war beim vergangenen Herleshäuser Unternehmerstammtisch entstanden. Dort hatte Steffen Reckert, derzeitiger Interims-Standortleiter von Maersk in Herleshausen, den neuen Standort vorgestellt und die anwesenden Unternehmer eingeladen, sich selbst ein Bild von dem Logistikzentrum zu machen. Dieses Angebot stieß auf großes Interesse und wurde nun mit dem gemeinsamen Besuch umgesetzt, bei dem sich Steffen Reckert und Martin Herzog, Projektmanager bei Maersk, viel Zeit nahmen.

Vor Ort erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Dimensionen und Abläufe des neuen Logistikzentrums. Maersk hat den Standort inzwischen erfolgreich in Betrieb genommen. Seit August werden die knapp zwölf Meter hohen Regalanlagen auf mehr als 62.000 Quadratmetern Lagerfläche mit Waren gefüllt. Mittlerweile ist auch der Versand angelaufen. Von Herleshausen aus werden Waren an deutsche und weitere Verteilzentren eines Onlinehändlers weitertransportiert.

Insgesamt hat Maersk im Panattoni Park langfristig rund 71.800 Quadratmeter Logistikfläche angemietet. Davon entfallen 62.800 Quadratmeter auf Lagerflächen, 6.100 Quadratmeter auf Mezzaninflächen und 2.900 Quadratmeter auf Bürobereiche.

Ein wesentlicher Standortvorteil ist die unmittelbare Anbindung an die A4. Damit liegt das Logistikzentrum direkt an einer der bedeutenden Ost-West-Verbindungen Deutschlands und zugleich zentral zwischen wichtigen deutschen und europäischen Absatzmärkten. Maersk selbst bezeichnet Herleshausen deshalb als idealen Standort für einen zentralen Knotenpunkt der Warenströme innerhalb Deutschlands und in die europäischen Nachbarländer.

Besonderes Interesse der Unternehmer galt der weiteren Entwicklung des Standortes und den damit verbundenen Arbeitsplätzen. Aktuell arbeiten nach Angaben von Maersk rund 150 Menschen in Herleshausen, während die Personalgewinnung weiterläuft. Im Zuge des derzeitigen Hochlaufs kommen dabei auch Zeitarbeitskräfte zum Einsatz. Nach vollständiger Inbetriebnahme rechnet Maersk mit 300 bis 400 dauerhaften Arbeitsplätzen. Während der Hochsaison des Onlinehandels zwischen Oktober und Dezember kann die Zahl der Beschäftigten auf insgesamt bis zu 1.000 steigen.

Damit besitzt die Ansiedlung eine Bedeutung, die weit über Herleshausen hinausreicht. Neben den neuen Arbeitsplätzen können zusätzliche Aufträge für regionale Unternehmen und Dienstleister entstehen und damit weitere Wertschöpfung in der Region ausgelöst werden.

„Eine Ansiedlung dieser Größenordnung ist für Herleshausen und den gesamten Werra-Meißner-Kreis von erheblicher Bedeutung. Entscheidend ist jetzt, dass möglichst viel von dieser wirtschaftlichen Entwicklung auch dauerhaft in der Region ankommt – durch Arbeitsplätze, Aufträge für heimische Unternehmen und zusätzliche Wertschöpfung“, erklärte Bundestagsabgeordneter Wilhelm Gebhard.

Der direkte Austausch zwischen Maersk und der örtlichen Unternehmerschaft bildete deshalb einen wichtigen Schwerpunkt der Besichtigung. Die Teilnehmer konnten Fragen zur weiteren Entwicklung stellen und sich über mögliche Anknüpfungspunkte zwischen dem internationalen Logistikkonzern und der regionalen Wirtschaft informieren.

Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei dem neuen Logistikzentrum eine Rolle. Das Gebäude ist mit Photovoltaikanlagen, einem Regenwassersammelsystem und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgestattet. Darüber hinaus wurden eigene Aufenthalts- und Erholungsbereiche für die Beschäftigten geschaffen. Für das Gebäude wird eine DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt.

Für die Teilnehmer bot die Besichtigung damit nicht nur einen Einblick in die Dimensionen des neuen Logistikzentrums, sondern vor allem die Gelegenheit zum direkten Austausch. Aus einer Einladung beim Unternehmerstammtisch entstand so ein von Bürgermeisterin Gisselmann initiierter Besuch, der die Vernetzung zwischen dem neuen Großunternehmen und der bereits bestehenden regionalen Wirtschaft weiter voranbringen soll.