Der Landtagsabgeordnete Stefan Schneider und der Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard haben das Werk von DS Smith in Witzenhausen besucht, um sich über die aktuelle Situation der Papierproduktion und die Herausforderungen für den Industriestandort zu informieren. Empfangen wurden die beiden CDU-Politiker vom Geschäftsführer des Werkes, Erwin Sversepa.
Das Werk in Witzenhausen ist ein reiner Papierproduktionsstandort innerhalb der DS Smith Paper Deutschland GmbH, die sich auf die Standorte Witzenhausen und Aschaffenburg verteilt. Nach der Fusion von DS Smith mit International Paper gehört der Konzern zu den weltweit führenden Unternehmen der Papier- und Verpackungsindustrie mit mehr als 400 Standorten und rund 65.000 Beschäftigten.
Am Standort Witzenhausen liegt die Kapazität bei rund 450.000 Tonnen Wellpappenrohpapiere pro Jahr bei einem Umsatz von etwa 232 Millionen Euro (2025). Aktuell sind 217,5 Vollzeitäquivalente beschäftigt, darunter zehn Auszubildende. Ausgebildet werden unter anderem Industriekaufleute, Elektroniker, Mechaniker sowie Papiertechnologen. Produziert werden in Witzenhausen verschiedene Papiersorten für die Wellpappenindustrie, darunter Light Liner, Liner 2, Liner 3 beziehungsweise Liner 3 highly sized sowie Medium, Medium HP und Medium HP Plus.
Herzstück der Produktion ist die GAPFORMER-FOURDRINIER-Papiermaschine 1. Sie produziert Papiere mit einem Flächengewicht von 115 bis 210 Gramm pro Quadratmeter, erreicht eine Geschwindigkeit von 1.050 Metern pro Minute, hat eine Arbeitsbreite von 7,6 Metern und eine Produktionsleistung von rund 450.000 Tonnen pro Jahr. Innerhalb von 24 Stunden wird im Werk eine Papierfläche produziert, die rund 1600 Fußballfeldern entspricht. Auf ein Jahr gerechnet würde der Output des Werkes 11,7-mal den Äquator umrunden. Bei 346 Produktionstagen im Jahr im Sieben-Tage-Betrieb gilt der Standort im Hinblick auf wesentliche Verfügbarkeits- und Effizienzkennzahlen als Benchmark innerhalb der 12 Werke der Papier-Division des Konzerns in Europa.
Im Austausch mit der Geschäftsführung wurden auch die aktuellen Herausforderungen der Branche thematisiert. Dazu zählen insbesondere die Rekrutierung von Fachkräften, bürokratische Belastungen durch Meldepflichten sowie die logistischen Herausforderungen durch die hohen Umschlagsmengen an Rohstoffen, Ersatzbrennstoffen und Fertigwaren.
Der Landtagsabgeordnete Stefan Schneider betonte die Bedeutung des Standortes für die Region: „Das Werk in Witzenhausen zeigt eindrucksvoll, wie leistungsfähig unsere Industrie in Nordhessen ist. Solche Unternehmen sichern Arbeitsplätze, schaffen Wertschöpfung und sind ein wichtiger Teil der regionalen Wirtschaft.“
Auch der Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard hob die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen hervor: „Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit und weniger bürokratische Hürden. Gerade für energie- und rohstoffintensive Industrien wie die Papierproduktion ist es entscheidend, dass Politik die richtigen Voraussetzungen für wettbewerbsfähige Standorte schafft.“
Geschäftsführer Erwin Sversepa zeigte sich erfreut über das Interesse aus der Politik abseits von Bundestags- oder Landtagswahlen: „Der Austausch mit der Politik ist für uns wichtig, um auf die Herausforderungen der Branche aufmerksam zu machen. Gleichzeitig sind wir stolz auf die Leistung unserer Belegschaft und die Entwicklung des Standortes.“
Besonders positiv berichtete Sversepa über die hohe Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen, die in einer unternehmenseigenen Studie festgestellt wurde. Erst im vergangenen Jahr konnte das Werk zudem sein 50-jähriges Jubiläum feiern und blickt damit auf eine lange industrielle Tradition in der Region zurück.



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