Besuch bei Firma Heinz Holl Holzverarbeitungs GmbH

Handwerkstradition seit 1850 und Fensterbau aus eigener Fertigung

Der heimische Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard setzt seine Firmenbesuche in der Region unvermindert fort. Auf dem Programm stand jetzt die Firma Heinz Holl Holzverarbeitungs GmbH in Rotenburg a.d. Fulda. Begleitet wurde Gebhard von der Stadtverordneten Marion Wolf. Der familiengeführte Handwerksbetrieb, spezialisiert auf die Holzverarbeitung und die Fertigung und Montage von Fenstern und Türen sowie die Montage und Wartung von Garagen-, Sektional- und Industrietoren. Außerdem bietet Holl die jährliche Sicherheitsüberprüfung von Roll- und Deckenlauftoren an, fertigt und montiert Insektenschutz und übernimmt Arbeiten an Rollläden und Raffstoren, sowohl als Neuanlage als auch als Reparatur. Weitere Bereiche sind Glasereiarbeiten und Glasreparaturen, die Reparatur und Instandhaltung von Holzfenstern und Holztüren sowie die Vorrichtung und der Einbau zusätzlicher Sicherheitseinrichtungen. Ein Schwerpunkt liegt nach Angaben des Unternehmens auf maßgefertigten Holzfenstern, bei denen der Denkmalschutz häufig eine Rolle spielt. Das Unternehmen gibt es bereits seit 176 Jahren und zählt zu den ältesten Unternehmen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Holl beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 19 Mitarbeitende, darunter einen Auszubildenden im Büro.

Bei der Betriebsbesichtigung ging es auch um die Fertigungstiefe, mit der Holl im Markt arbeitet. Geschäftsführer Werner Holl verwies darauf, dass wesentliche Arbeitsschritte im eigenen Haus gebündelt werden: „Wir machen alles bei uns im Betrieb. Damit haben wir einen riesigen Vorteil – und das als Familienbetrieb.“ Das sei aus Sicht der Unternehmensleitung nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern auch ein Faktor, um flexibel auf individuelle Anforderungen reagieren zu können – etwa bei historischen Gebäuden oder Sondermaßen.

Angesichts der aktuellen Debatte um energetische Sanierung wurde zudem die Frage diskutiert, welche Stellschrauben bei Gebäuden zuerst wirken. Prokurist Daniel Holl berichtete, dass das Unternehmen die Entwicklungen aufmerksam verfolgt: „Wir denken gerade über viele alternative Wärmequellen nach, jedoch müsste man als erstes an die Hülle und dann an den Kern denken.“ Gemeint sei damit, dass energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle – etwa Fenster, Türen und Dämmung – aus seiner Sicht die Grundlage bilden, bevor die Heiztechnik umgestellt wird. „An der Stelle sollte die Politik nochmals die aktuelle Förderstruktur überprüfen“, sagt der Unternehmer.

Auch die Marktlage im Handwerk und die zeitversetzte Wahrnehmung von Konjunkturphasen waren Thema. Prokurist Jan-Oliver Holl beschrieb die besondere Rolle des Gewerks in wirtschaftlich angespannten Zeiten: „Wir sind die letzten, die eine Krise mitbekommen – aber die ersten, die sie spüren.“ Gerade im Fensterbau zeige sich das, wenn Bauvorhaben verschoben werden und Entscheidungen bei Sanierungen länger dauern.

Neben diesen Themen wurden bürokratische Anforderungen angesprochen, die nach Darstellung des Unternehmens Abläufe verlangsamen und die Produktivität beeinträchtigen. Der Austausch drehte sich dabei um Dokumentationspflichten und administrative Vorgaben, die im Tagesgeschäft zusätzliche Zeit binden.

Bundestagsabgeordneter Wilhelm Gebhard würdigte den Betrieb als Beispiel für leistungsfähiges, regional verwurzeltes Handwerk: „Die Firma Holl steht für Qualität, Verlässlichkeit und echte Wertschöpfung vor Ort – ein Familienbetrieb, der seit Generationen zeigt, was Handwerk leisten kann.“ Der Besuch endete nach einem Rundgang durch den Betrieb und einem gemeinsamen Gespräch mit der Geschäftsführung. In Kürze wird auch der CDU-Stadtverband Rotenburg mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl die Firma Holl besuchen. Ein gemeinsamer Besuch mit dem Bundestagsabgeordneten Wilhelm Gebhard war aufgrund der Terminlage und der Sitzungswochen in Berlin leider nicht möglich.