Bild: Julien Barthelt
Zwei Schulen, ein gemeinsamer Campus und inzwischen zwei Jahre gelebte Gemeinschaft: Beim gemeinsamen Campusfest der Gerhart-Hauptmann-Schule und der Anne-Frank-Schule Wanfried hat der Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard einen Schulstandort besucht, dessen Entwicklung er über viele Jahre als langjähriger Bürgermeister der Stadt Wanfried selbst begleitet hat.
Für Gebhard war der Besuch deshalb auch ein „Nachhausekommen“ und ein persönlicher Rückblick. Von den ersten Überlegungen der Zusammenführung beider Schulen über zahlreiche Gespräche und Entscheidungen bis hin zur Umsetzung des gemeinsamen Standorts hatte ihn die Entwicklung der Wanfrieder Schullandschaft während seiner Zeit als Bürgermeister immer wieder beschäftigt.
„Wenn man einen solchen Prozess über viele Jahre begleiten durfte, ist es etwas Besonderes, heute hier zu stehen und zu sehen, was daraus geworden ist“, sagte Gebhard. „Entscheidend ist nicht nur, dass wir einen modernen und zukunftsfähigen Schulstandort haben. Entscheidend ist, dass er von den Menschen angenommen und mit Leben gefüllt wird“. Dabei formulierte er ein von Willy Brandt gemachtes Zitat etwas um: „Hier ist zusammengewachsen, was zusammengehört“.
Genau das sei beim Campusfest deutlich zu spüren gewesen. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern und zahlreiche weitere Beteiligte feierten gemeinsam das zweijährige Bestehen des Campus.
Gebhard zeigte sich besonders von der Atmosphäre auf dem Gelände beeindruckt: „Zwei Schulen haben ihre eigenen Identitäten und Profile bewahrt und gleichzeitig eine gemeinsame Heimat gefunden. Wenn man erlebt, wie Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern hier miteinander umgehen, kann ich meinen Eindruck eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Es menschelt hier unfassbar.“
Schulen als wichtiger Standortfaktor für den ländlichen Raum
Für Gebhard reicht die Bedeutung des Campus über den Schulalltag hinaus. Gerade für Städte und Gemeinden im ländlichen Raum seien gute und langfristig gesicherte Bildungsangebote ein entscheidender Standortfaktor.
„Familien brauchen die Gewissheit, dass ihre Kinder auch im ländlichen Raum gute Bildungsangebote vorfinden. Schulen sind deshalb weit mehr als Orte des Unterrichts. Sie sind ein wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur und tragen erheblich dazu bei, ob eine Stadt für junge Familien attraktiv bleibt“, betonte der Bundestagsabgeordnete.
Zur Eröffnung des Campusfestes begrüßten Christina Hoppe, Leiterin der Gerhart-Hauptmann-Schule, und Tobias Schmidt, Rektor und Standortleiter der Anne-Frank-Schule, die Gäste. Das Wanfrieder Schulorchester sorgte für die musikalische Begleitung und erhielt unter anderem für „Der ewige Kreis“ aus „Der König der Löwen“ großen Applaus.
Wanfrieds Bürgermeister Thilo Vogt würdigte in seinem Grußwort ebenfalls das Zusammenwachsen der beiden Schulen. Mit einem Vergleich zu Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ beschrieb er, wie es gelungen sei, Trennendes zu überwinden und zwischen den beiden Schulen neue Verbindungen zu schaffen.
Weitere Grußworte kamen von Astrid Pallas und Hagen Riedemann vom Staatlichen Schulamt Bebra sowie Stefan Düppers vom Hessischen Kultusministerium.
Auf dem Schulgelände erwartete die Besucher ein umfangreiches Programm mit Bullriding, Fußball-Dart, Kinderschminken, Fotobox, Riesen-Seifenblasen und verschiedenen Kreativangeboten. Für das leibliche Wohl war mit Bratwurst, Kaffee und Kuchen gesorgt.
Für Gebhard war der Besuch damit nicht nur ein Blick zurück auf die Entwicklung eines Projekts aus seiner Zeit als Wanfrieder Bürgermeister und als Vatwr von zwei Söhnen, die die Schule besuchten, sondern vor allem ein Blick auf das, was daraus entstanden ist.
„Viele Menschen haben dazu beigetragen, diesen Standort möglich zu machen. Heute sind es vor allem diejenigen, die jeden Tag hier lernen, unterrichten und arbeiten, die daraus eine Gemeinschaft machen. Ihnen gilt mein Dank – und ich wünsche beiden Schulen für ihren gemeinsamen Weg weiterhin viel Erfolg.“

Empfehlen Sie uns!