Bild: Julien Barthelt
Der heimische Bundestagsabgeordnete Wilhelm Gebhard hat die Interior Manufacturing GmbH in Sontra (ehemals Bo Parts Solutions) besucht und sich vor Ort über den Neustart des Unternehmens nach dem Insolvenzverfahren informiert. Begleitet wurde der Besuch von einem Gespräch mit der Geschäftsführung und einem Rundgang durch die Fertigung.
An dem Austausch nahmen Thorsten Blöcker, geschäftsführender Gesellschafter und verantwortlich für den technischen Bereich, sowie Andreas Ruppel, Geschäftsführer für Vertrieb, Einkauf und Industrialisierung, teil. Im Mittelpunkt standen die Sicherung von Arbeitsplätzen, der Erhalt industriellen Know-hows in der Region und die künftige Ausrichtung des Unternehmens.
Die Interior Manufacturing GmbH ist aus einem Management-Buyout nach dem Insolvenzverfahren hervorgegangen. Zum 1. März 2026 wurden im Rahmen eines Asset Deals Anlagen und Technologien an den Standorten Sontra/Brodberg und Nentershausen/Reichenberg übernommen. Dadurch konnten 41 Arbeitsplätze gesichert werden. Zugleich hat das Unternehmen mit einem neuen Markenauftritt in Orange ein sichtbares Rebranding vollzogen.
„Die Trennung von der alten Unternehmensstruktur war eine Folge der Insolvenz. Entscheidend ist jetzt, dass wir wieder eigenständig handeln können und das Know-how der Belegschaft in der Region erhalten bleibt“, sagte Thorsten Blöcker. Das Unternehmen war bereits 2020 erstmals insolvent gegangen; 2021 stieg ein Investor ein. Nach der Kündigung der Serienfertigung im Jahr 2024 folgte Ende 2024 eine weitere Insolvenz.
Die Interior Manufacturing GmbH fertigt hochwertige Interieur-Komponenten für die Automobilindustrie. Dazu gehören unter anderem Instrumententafeln, Türverkleidungen, Seitenwandverkleidungen, Schaumteile und Ersatzteilkomponenten. Das Unternehmen ist in der Serien-, Prototypen- und Ersatzteilfertigung tätig und arbeitet für namhafte Kunden aus der Automobilbranche.
Besonders anspruchsvoll sei die Fertigung kleiner Serien und von Ersatzteilen, erklärte Blöcker beim Rundgang: „Eine kleine Serie hat im Grunde die gleichen Anforderungen wie eine Großserie. Kunden erwarten bei einem Ersatzteil dieselbe Qualität wie beim Original.“
Andreas Ruppel hob das Vertrauen der Kunden in den Neustart hervor. „Wir sind dankbar für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde. Dass alle Kunden der weiteren Zusammenarbeit mit der Interior Manufacturing GmbH zugestimmt haben, ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit unseres Teams“, sagte Ruppel.
Gebhard, der vor seiner Tätigkeit im Bundestag und als Bürgermeister von Wanfried selbst in der Automobilzulieferindustrie tätig war, zeigte sich nach dem Besuch beeindruckt von der fachlichen Kompetenz im Unternehmen. „Hier wird deutlich, wie viel industrielle Substanz in unserer Region steckt. Die Interior Manufacturing GmbH zeigt, dass ein Neustart nach einer Insolvenz gelingen kann, wenn unternehmerischer Mut, technisches Können, eine motivierte Belegschaft und das Vertrauen der Kunden zusammenkommen“, erklärte der Bundestagsabgeordnete.
Besonders die Sicherung der Arbeitsplätze sei für die Region wichtig. „41 gesicherte Arbeitsplätze sind mehr als eine Zahl. Dahinter stehen Familien, Fachwissen und industrielle Wertschöpfung vor Ort“, so Gebhard.
Das Unternehmen verfügt über zwei Produktionsstandorte mit rund 4.500 Quadratmetern Produktionsfläche sowie mehrere Logistikflächen. Künftig will Interior Manufacturing seine Kompetenzen in der Kleinserien- und Prototypenfertigung weiter ausbauen und vorhandene Technologien auch für neue Mobilitätsanwendungen nutzen.

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