Bild: Julien Barthelt
Im Rahmen eines Austauschs zwischen Wilhelm Gebhard MdB und der neuen Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, Katharina Henkel, wurden aktuelle Entwicklungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt sowie Zukunftsperspektiven für Ausbildung und Beschäftigung erörtert.
Dabei wurde deutlich: Die Region Osthessen, für die Katharina Henkel jetzt Verantwortung trägt, verfügt weiterhin über einen stabilen Arbeitsmarkt und vielfältige Chancen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen.
Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg lag die Arbeitslosenquote im Mai 2026 bei 4,7 Prozent, im Werra-Meißner-Kreis bei 5,3 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung auf hohem Niveau stabil: Am 30. September 2025 waren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 50.032 Menschen an ihrem Arbeitsort sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im Werra-Meißner-Kreis waren es 28.961.
Besonders positiv bewertete die neue Behördenleiterin die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen steige insgesamt weiter an. Vor allem in Bad Hersfeld gebe es zusätzliche Angebote im Handwerk, in sozialen Berufen sowie in der öffentlichen Verwaltung.
„Unsere Unternehmen investieren weiterhin in Ausbildung und schaffen Perspektiven für junge Menschen in der Region“, betonte Katharina Henkel.
Um Arbeitsuchende und Unternehmen schneller zusammenzubringen, setzt die Agentur zunehmend auf moderne Vermittlungsangebote. In Bad Hersfeld wurde hierzu unter anderem eine Zeitarbeitsbörse etabliert. Interessierte können sowohl digital als auch persönlich an Beratungs- und Vermittlungsformaten teilnehmen.
Die Agentur für Arbeit investiere zudem verstärkt in Weiterbildung und Qualifizierung. Katharina Henkel hob hervor, dass heute gleichermaßen in Arbeitssuchende wie auch in Beschäftigte investiert werde.
„Wir begleiten Menschen nicht nur bei der Jobsuche, sondern unterstützen sie auch dabei, sich weiterzuentwickeln und beruflich neue Perspektiven zu eröffnen“, erklärte Henkel.
Im Gespräch wurde außerdem deutlich, dass sich die Erwartungen junger Menschen an Ausbildung und Beruf verändert haben. Die neue Generation lege heute größeren Wert auf persönliche Entwicklung, Orientierung und individuelle Perspektiven.
Als eine der zentralen Herausforderungen bezeichnete die Behördenleitung deshalb die Berufsorientierung junger Menschen.
Wilhelm Gebhard brachte hierzu die Idee eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres ins Gespräch. Junge Frauen und Männer könnten dabei beispielsweise im sozialen oder ökologischen Bereich oder im Wehrdienst praktische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig Orientierung für ihren späteren Berufsweg erhalten.
„Ein Gesellschaftsjahr kann jungen Menschen helfen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig den eigenen beruflichen Weg besser zu finden“, sagte Gebhard.
Auch die Bedeutung starker Schulstandorte wurde hervorgehoben. Gute Bildungsangebote vor Ort seien ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und für die langfristige Sicherung von Fachkräften.
Ein weiteres Thema war die zunehmende Zahl von Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf. Nach Angaben der Agentur habe sich die Zahl der intensiver zu betreuenden Personen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
Katharina Henkel sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr gesellschaftliche Verbindlichkeit aus. Gleichzeitig müsse stärker vermittelt werden, welche Aufgaben die Agentur für Arbeit heute bereits übernehme.
„Viele Menschen wissen gar nicht, wie breit das Angebot der Agentur für Arbeit inzwischen aufgestellt ist“, erklärte Henkel.
Abschließend bestand Einigkeit darüber, dass Osthessen mit engagierten Unternehmen, modernen Bildungsangeboten und einer engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Schulen und Arbeitsagentur gute Voraussetzungen für die Zukunft besitzt.

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