Bild: Julien Barthelt
Bundestagsabgeordneter zu Gast bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg mbH – Gespräch mit Geschäftsführer Bernd Rudolph über Regionalförderung und langfristige Transformationsprozesse.
Bundestagsabgeordneter Wilhelm Gebhard hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg mbH (WFG) mit Sitz in Bad Hersfeld besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Bernd Rudolph ging es um die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises, die Arbeit der WFG als zentraler Ansprechpartnerin für Unternehmen vor Ort sowie um die Perspektive der Regionalförderung – von der aktuellen Ausgestaltung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) bis zu den langfristigen Transformationsprozessen, die die Region in den kommenden Jahren prägen werden.
Rudolph gab Gebhard einen Überblick über die Arbeit der WFG, die Unternehmen im Landkreis, über das Flächen- und Immobilienmanagement und über Fördermittelfragen. Die WfG unterstützt unter anderem bei der Fachkräftesicherung und begleitet als Lokale Aktionsgruppe zugleich die LEADER-Förderperiode 2023–2027 in der Region.
Solide Arbeitsmarktlage, robuste Branchenstruktur
Anhand aktueller Regionaldaten machte Rudolph deutlich, wo der Landkreis steht: Mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 4,7 Prozent liegt Hersfeld-Rotenburg spürbar unter dem hessischen (5,8 Prozent) und dem bundesweiten Durchschnitt (6,3 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig tätigen Personen im Landkreis ist seit den 90er Jahren kontinuierlich auf fast 50.000 gestiegen. Diese Entwicklung ist auch auf die Ansiedlungsdynamik im Landkreis zurückzuführen, die zu einer robusten Branchenstruktur geführt hat.
„Die im Landkreis vorhandene Branchenstruktur hat den Arbeitsmarkt in der Region durch die letzten Jahre getragen“. Als Herausforderungen der nächsten Jahre benannte er unter anderem die Deckung des Fachkräftebedarfs und die im Vergleich niedrige Gründungsintensität.
GRW-Reform und Neuabgrenzung der Fördergebiete im Fokus
Breiten Raum nahm das Gespräch über die GRW ein. Zum 1. Januar 2026 ist eine umfassend überarbeitete GRW-Förderung in Kraft getreten: Bund und Länder haben unter anderem zusätzliche Anreize für Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen geschaffen, ein neues Förderkriterium der Arbeitsproduktivität eingeführt und das Programm insgesamt vereinfacht und entbürokratisiert. Rudolph und Gebhard waren sich einig, dass diese Neuaufstellung ein wichtiges Signal für strukturschwächere Regionen ist.
Im Mittelpunkt stand zudem die anstehende Neuabgrenzung der GRW-Regionalfördergebiete, die ab dem Jahr 2028 gelten soll. Bund und Länder prüfen derzeit, welche sozioökonomischen Indikatoren künftig darüber entscheiden, welche Regionen weiterhin gezielt gefördert werden. Rudolph betonte, wie wichtig eine verlässliche Fortführung der Förderkulisse für den Landkreis ist, damit Unternehmen auch künftig auf Investitionszuschüsse und die Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur bauen können.
Blick nach vorn: Transformation als langfristige Aufgabe
Gebhard und Rudolph sprachen darüber hinaus über die langfristige Perspektive der Region jenseits einzelner Förderzeiträume. Dekarbonisierung, Digitalisierung, De-Globalisierung und der demografische Wandel verändern Wirtschaftsstrukturen nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre und Jahrzehnte – und wirken sich je nach Branche und Standort sehr unterschiedlich aus. Beide waren sich einig, dass der Landkreis Hersfeld-Rotenburg diese Transformationsprozesse aktiv gestalten muss, statt nur auf akute Strukturbrüche zu reagieren. Rudolph verwies auf die Rolle der WFG dabei, Unternehmen frühzeitig für diese Entwicklungen zu sensibilisieren und beim Zugang zu passenden Förderprogrammen zu unterstützen. Gebhard sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass die regionale Wirtschafts- und Strukturpolitik des Bundes auch langfristig ausreichend Planungssicherheit für solche Transformationsprozesse bietet.
„Die WFG leistet wichtige Arbeit für die Unternehmen und die Beschäftigten in unserem Landkreis. Ich nehme die Anliegen aus diesem Gespräch mit nach Berlin – von der Neuabgrenzung der GRW-Fördergebiete ab 2028 bis zur langfristigen Perspektive für den Strukturwandel in unserer Region. Es ist mir wichtig, dass strukturschwächere Regionen wie der Wahlkreis 168 auch über einzelne Förderperioden hinaus verlässlich unterstützt werden", so Wilhelm Gebhard.
Bernd Rudolph abschließend: „Wir freuen uns über den offenen Austausch mit Herrn Gebhard. Gerade mit Blick auf die Neuabgrenzung der Fördergebiete und die langfristigen Transformationsprozesse in unserer Region ist der direkte Draht nach Berlin von großer Bedeutung."
Über die WFG Hersfeld-Rotenburg
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg mbH mit Sitz in Bad Hersfeld unterstützt Unternehmen der Region unter anderem bei Fragen zu Gewerbeflächen und -immobilien, Fördermitteln, Digitalisierung und Fachkräftesicherung. Sie ist zudem Lokale Aktionsgruppe im Rahmen der LEADER-Förderpramms.

Empfehlen Sie uns!