Wilhelm Gebhard diskutiert mit Eschweger Schülerinnen und Schülern

Wanderausstellung des Deutschen Bundestages an den Beruflichen Schulen Eschwege eröffnet – junge Menschen stellen Fragen zu Bildung, Mitbestimmung und Zukunft der Arbeitswelt

Wie können junge Menschen stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden? Welche Bedeutung haben berufliche Schulen für die Zukunft der Region? Und wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit den Bundestagsabgeordneten Wilhelm Gebhard (CDU) und Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) an den Beruflichen Schulen in Eschwege.

Die von Schülerinnen und Schülern moderierte Diskussion bildete den Auftakt zur Eröffnung der Wanderausstellung des Deutschen Bundestages am Montag, 26. Oktober. Die Moderatoren Mathilda Oehler und Jakob Braun hatten Fragen aus den politischen Kursen der Oberstufe gesammelt und nutzten die Gelegenheit, die beiden Abgeordneten zu aktuellen Themen und ihren Erfahrungen aus dem parlamentarischen Alltag zu befragen.

„Es ist ein großes Glück, dass wir die Wanderausstellung des Deutschen Bundestages nach ihrer Premiere in Bad Hersfeld nun ein zweites Mal in unserem Wahlkreis begrüßen dürfen“, betonte Wilhelm Gebhard. „Mir ist wichtig, dass Politik nicht abstrakt bleibt, sondern dass die Menschen nachvollziehen können, wie parlamentarische Demokratie funktioniert. Der direkte Austausch mit jungen Menschen ist dafür besonders wertvoll.“

Junge Menschen müssen gehört werden
Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, warum Jugendliche bei politischen Entscheidungen häufig nur begrenzt mitbestimmen können. Gebhard ermutigte die Schülerinnen und Schüler, sich aktiv einzubringen und ihre Interessen zu vertreten. Jugendorganisationen und politisches Engagement böten Möglichkeiten, eigene Themen voranzubringen und Einfluss auf politische Debatten zu nehmen.

Auch die Bedeutung von Respekt und gesellschaftlichem Zusammenhalt kam zur Sprache. Beide Abgeordneten positionierten sich klar gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung. Die deutliche Haltung wurde vom Publikum mit Applaus aufgenommen.

Berufliche Bildung als Zukunftsaufgabe
Mit Blick auf die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz waren sich die Abgeordneten einig, dass sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren erheblich wandeln wird. Wilhelm Gebhard hob dabei die Bedeutung handwerklicher Berufe und einer leistungsfähigen beruflichen Bildung hervor.

„Wir müssen jungen Menschen gute Perspektiven bieten. Dazu gehören eine fundierte Ausbildung, attraktive handwerkliche Berufe und Berufsschulen, die für die Schülerinnen und Schüler gut erreichbar sind“, so Gebhard. Gerade für die ländlich geprägten Regionen sei es wichtig, berufliche Schulen vor Ort zu erhalten und die Infrastruktur zu stärken.

Auch der öffentliche Nahverkehr wurde diskutiert. Gebhard sprach sich für eine bessere Taktung von Bus und Bahn sowie für gezielte Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur aus. Mobilität sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass junge Menschen auch im ländlichen Raum Ausbildungsplätze, Schulen und Arbeitsstätten erreichen könnten.

Konkrete Politik statt bloßer Versprechen
Die Schülerinnen und Schüler wollten außerdem wissen, welche konkreten Veränderungen die Abgeordneten in ihrer bisherigen Arbeit erreicht haben. Gebhard verwies unter anderem auf seine Initiative gegen eine Anpassung der Abgeordnetendiäten im Frühjahr. Der Bundestag folgte diesem Vorschlag im Juli. Zudem bezeichnet sich der 50-jährige Abgeordnete als starke Stimme für die kleinen Kommunen im ländlichen Raum, die auf ihn zählen könnten, wenn steigende Kosten und mehr Bürokratie drohen. Aktuell arbeitet Gebhard an einer Novellierung des Wärmeplanungsgesetzes mit, das Kommunen bis 15000 Einwohnern den Aufwand bei der Umsetzung vereinfachen und insgesamt kostengünstiger werden soll.

Nach weiteren Fragen aus dem Publikum wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Schulleiter Andreas Althen begrüßte die Möglichkeit, das Parlament näher an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu bringen. Abteilungsleiter Thomas Mülverstedt dankte den beiden Abgeordneten für den authentischen Einblick in den Berufsalltag eines Politikers.

Den Deutschen Bundestag interaktiv erleben

Die Wanderausstellung vermittelt anschaulich die Aufgaben, die Arbeitsweise und die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages. Sie umfasst 16 großformatige Schautafeln, acht Monitore, einen interaktiven Touch-Tisch sowie einen Multimedia-Guide. Augmented-Reality-Anwendungen ermöglichen einen virtuellen Besuch des Plenarsaals. Ergänzt wird das Angebot durch Quizmöglichkeiten, Informationsmaterialien und weitere interaktive Elemente.

Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist für alle Interessierten zugänglich.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Donnerstag: 8 bis 15 Uhr
Freitag: 8 bis 13 Uhr

Mit der Ausstellung und dem direkten Gespräch zwischen Politik und Schülerschaft wird parlamentarische Demokratie vor Ort erlebbar – und deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen einzubeziehen und ihre Fragen ernst zu nehmen.